Technischer Ratgeber

Korrosionsschutz für Langzeitlagerung

Bei der Langzeitlagerung muss eine Verpackung nicht nur beim Verschließen funktionieren, sondern über die gesamte geplante Lagerdauer stabil bleiben. Materialalterung, Wasserdampfeintrag, Öffnungen, wechselnde Lagertemperaturen und mechanische Beschädigungen werden deshalb von Beginn an berücksichtigt. VCI-Schutz und Außenbarriere können dabei unterschiedliche Aufgaben im selben System übernehmen.

Planungsdaten

BereichZu klärende Angaben
PackgutMetalle, Beschichtungen, Abmessungen, Gewicht, Hohlräume und Kanten
AusgangszustandReinigung, Trocknung, vorhandene Öle oder Prozessrückstände
LagerungInnenraum, Halle, Außenklima, Temperatur- und Feuchtewechsel
Dauergeplante Schutzzeit und mögliche Verlängerung
Zugriffkeine Öffnung, regelmäßige Kontrolle oder wiederkehrende Entnahme
VerpackungBeutel, Haube, Kiste, Behälter oder Einzelumhüllung
Nachnutzungdirekte Montage, Reinigung oder erneute Verpackung

Schutzsysteme

VCI-Verpackung

Geeignet für einen geschlossenen Innenraum, in dem der passende VCI-Träger die relevanten Metallflächen erreicht. Öffnungen und Luftaustausch müssen kontrolliert werden.

Barriereverpackung

Aluminium-Verbundmaterial begrenzt den Wasserdampfeintrag. Packgut und Innenmaterialien müssen beim Verschließen trocken sein; Nähte und Durchstiche werden kontrolliert.

Kombiniertes System

Bei langer Dauer oder höherer Feuchtebelastung schützt die Außenbarriere das Packklima, während VCI im Innenraum an den Metalloberflächen wirkt.

Metallprofil in einem kombinierten Schutzsystem für kontrollierte Lagerdauer

Durchführung

  1. Schutzdauer und Lagerbedingungen schriftlich festlegen.
  2. Bauteilzustand und Materialverträglichkeit prüfen.
  3. VCI-Typ, Barriere und Lieferform dimensionieren.
  4. Kanten, Auflager und Hohlräume in den Aufbau einbeziehen.
  5. Verpackung unter kontrollierten Bedingungen schließen.
  6. Naht, Hülle und Kennzeichnung dokumentieren.
  7. Kontrollintervalle und Vorgehen nach einer Öffnung definieren.

Kontrollen

  • äußere Beschädigungen, Scheuerstellen und undichte Nähte.
  • Feuchtespuren, Kondensat oder Veränderungen am Packgut.
  • Zustand von Kennzeichnung und Öffnungsindikatoren.
  • dokumentierte Öffnungen oder Transporte während der Lagerzeit.
  • verbleibende Eignung des VCI-Materials nach längerer Exposition.

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Häufige Fragen

Wie lange schützt eine VCI-Verpackung?

Eine pauschale Dauer ist ohne Material, Volumen, Belastung, Verschluss und Lagerbedingungen nicht belastbar. Die Auslegung erfolgt projektbezogen.

Muss die Verpackung regelmäßig geöffnet werden?

Nicht zwingend. Jede Öffnung verändert jedoch den Schutzraum. Kontrollen sollten möglichst ohne unnötiges Öffnen geplant werden.

Kann eine beschädigte Barriere repariert werden?

Eine Reparatur muss materialgerecht, dicht und kontrollierbar sein. Bei kritischen Schäden ist eine neue Hülle oft die verlässlichere Lösung.

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