Technischer Ratgeber

VCI-Korrosionsschutz

VCI steht für flüchtige Korrosionsinhibitoren. Der Wirkstoff wird von Papier, Folie, Schaumstoff oder einem Wirkstoffkörper abgegeben, verteilt sich in einem möglichst geschlossenen Verpackungsraum und erreicht zugängliche Metalloberflächen. VCI ersetzt dabei nicht die richtige Vorbereitung des Packguts und keine erforderliche Außenbarriere gegen starke Feuchtebelastung.

Wirkprinzip

  1. Das VCI-Trägermaterial gibt Wirkstoffmoleküle an den Verpackungsraum ab.
  2. Die Moleküle verteilen sich über die Gasphase und erreichen frei zugängliche Metallflächen.
  3. An der Metalloberfläche beeinflussen sie die elektrochemischen Reaktionen, die Korrosion begünstigen.
  4. Nach dem Öffnen nimmt die VCI-Konzentration ab; die Bauteile können in vielen Anwendungen ohne Entfernen einer festen Schutzschicht weiterverwendet werden.
VCI verteilt sich vom Papier im geschlossenen Schutzraum bis zur Metalloberfläche

Trägermaterialien

FormTypischer EinsatzStärke
VCI-PapierEinwickeln, Zwischenlagen, Kisten- und Behälterauskleidunganpassungsfähig, saugfähige Papieroberfläche, als Rollen und Formate
VCI-Folietransparente Umhüllungen, Hauben und verschließbare VerpackungenSichtkontrolle und flexible geschlossene Verpackung
VCI-Papier- oder Folienbeutelwiederkehrende Abmessungen und standardisierte Packplätzeweniger Falten und Zuschneiden im Prozess
VCI-SchaumstoffHohlräume, zerklüftete Geometrien und zusätzliche VCI-Quelleflexibel platzierbarer offenporiger Träger
VCI-WirkstoffkörperSchränke, Boxen und definierte geschlossene Volumenkompakte, gezielt positionierbare Wirkstoffquelle

Voraussetzungen

  • Packgut sauber, trocken und frei von korrosionsfördernden Rückständen verpacken.
  • VCI-Typ auf die vorhandenen Metalle und Materialkombinationen abstimmen.
  • Verpackungsraum möglichst klein und geschlossen halten.
  • Direkten Luftaustausch sowie offene Fugen und Beschädigungen vermeiden.
  • Handschweiß, chlorid- oder schwefelhaltige Rückstände und verunreinigte Packmittel fernhalten.
  • Bei hoher Feuchte, Seetransport oder langer Schutzdauer eine geeignete Außenbarriere prüfen.

Grenzen

VCI erreicht nur Oberflächen, zu denen sich die Gasphase ausbreiten kann. Dicht anliegende Fremdmaterialien, abgeschlossene Hohlräume, starke Verschmutzung und laufender Luftaustausch können die Wirkung beeinträchtigen. Die Eignung für empfindliche Materialkombinationen, Elektronik, beschichtete Flächen und besondere Prozessmedien muss anwendungsbezogen geprüft werden.

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Fachartikel

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Häufige Fragen

Muss VCI das Metall direkt berühren?

Nicht grundsätzlich. Die Wirkung wird über die Gasphase im geschlossenen Raum übertragen. Sehr große Abstände, abgeschirmte Flächen oder starker Luftaustausch müssen dennoch berücksichtigt werden.

Ist jede VCI-Ausführung für jedes Metall geeignet?

Nein. Die Wirkstofftype wird auf Stahl, Eisen, Aluminium, Kupferlegierungen und weitere beteiligte Metalle abgestimmt.

Reicht VCI für Seetransport aus?

Bei hoher Feuchte und langen Transportwegen wird häufig zusätzlich eine geeignete Außenbarriere benötigt.

Können VCI-Materialien wiederverwendet werden?

Das hängt von Zustand, Exposition, Lagerung und verbleibender Wirkstoffleistung ab. Beschädigtes, durchnässtes oder lange offen gelagertes Material sollte nicht ungeprüft wiederverwendet werden.

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